5 Strategien, wie du dein Gehirn besser nutzen kannst !

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Klar, du kannst dich auch auf normale Art und Weise verbessern mit harter Arbeit und Jahren voll von langsamen, schrittweisen Fortschritten. Oder aber du benutzt ein paar Tricks, die in unserem Körper verborgen sind hackst dich selber zur Großartigkeit.

Diese Tricks haben verschiedene Schwierigkeitsgrade, aber es gibt kein Risiko oder Potential für Beeinträchtigungen. Wissenschaftler sagen, dass alle von ihnen funktionieren.

 

1) Erinnere dich an lange Listen mit Hilfe eines „Gedächtnispalastes“

Das menschliche Gehirn ist schlecht darin Tabellen im Gedächtnis zu behalten. Denke mal darüber nach: Wenn du in den Supermarkt gehst, wie viele Dinge kannst du im Kopf behalten, die du benötigst, bevor du sie aufschreiben musst? Drei? Fünf? Für die meisten von uns läuft es so, dass wenn wir mehr Dinge benötigen, wir Zuhause ankommen und bemerken, dass wir die Milch vergessen haben (die im Übrigen überhaupt der Grund waren, wieso wir zum Einkaufen gegangen sind).

Das ist komisch, denn es gibt so viele Dinge im Leben, mit denen wir solche Probleme nicht haben. So haben wir zum Beispiel kein Problem damit, hundert verschiedene Orte in einer Stadt im Gedächtnis zu behalten, auch wenn wir die Adresse vergessen haben mögen, (Weißt du die Adresse von deinem Lieblings Café?) oder die Lage von tausend Dingen in unserem Haus. Klar, du kannst sie nicht alle aufschreiben, aber wenn dich ein Freund fragt, wo die Taschenlampe ist, weißt du es wahrscheinlich. Wenn es nur einen Weg gäbe, diese Stärke auszunützen zu unserem Vorteil auch im anderen Fall auszunutzen.

Der Trick:

Du bist in der Lage deinen Weg zu finden, weil ein großer Anteil deiner mentalen Kraft für räumliches Denken verwendet wird, also wie die Umwelt um dich herum aussieht. Du kannst das auch dazu benutzen, um lange Listen im Kopf zu behalten. Sogenannte Gedächtnismeister machen das schon seit Ewigkeiten. Sie nennen das Ganze die Erschaffung eines „Gedächtnispalastes“.

Und so funktioniert es: Du suchst dir einen Ort aus, der dir wohl bekannt ist und den du leicht vorstellen kannst, zum Beispiel das innere eines Hauses oder der Grundriss eurer Nachbarschaft. Dann gehst du daran dass du dir vorstellst, wie du selbst entlang einer spezifischen Route an diesem Ort herumläufst und assoziierst dabei eine Sache von deiner Liste mit jedem Ort.

Nehmen wir an, du versuchst dich an eine lange Einkaufsliste zu erinnern und du nimmst deine Nachbarschaft um sie mental zu visualisieren. Du kannst die erste Sache auf deiner Liste, die Kondome, planlos verstreut in deiner Einfahrt vorstellen. Das nächste auf der Liste ist Bier. Nun stellst du dir deinen Nachbarn vor, wie er betrunken und eventuell mit heruntergezogener Hose auf seinem Rasen liegt. An die Tiefkühlpizza erinnerst du dich, indem die Fenster deines Nachbarn aus den Pizzakartons bestehen. Lass deine Fantasie die harte Arbeit für dich machen, denn je lächerlicher desto besser wirst du es in Erinnerung behalten.

Das hört sich vielleicht albern an, aber bald wirst du zu der Erkenntnis gelangen, wie unglaublich einfach es auf einmal ist, sich an die Dinge auf deiner Liste zu erinnern. Du zwingst einfach den Teil deines Gedächtnisses, der für die räumliche Vorstellung zuständig ist dazu, dir zu helfen. Und du kannst das jederzeit machen, denn es erfordert kaum Training. In einer 1968 durchgeführten Studie wurden Universitätsstudenten gebeten 40 Dinge von einer Liste im Kopf zu behalten, indem sie jeden Gegenstand mit einem bestimmten Ort am Campus assoziierten. Nicht nur war es den Studenten möglich, einen Durchschnitt von 38 Gegenständen wiederzugeben, am nächsten Tag waren es sogar immer noch 34 von 40 Gegenständen der Liste.

In einer anderen Studie, wurden deutsche Rentner gebeten, 40 Wörter dadurch im Kopf zu behalten, indem sie diese mit einem Wahrzeichen in Berlin verknüpfen. Bevor sie diese Methode anwandten, konnten sie im Durchschnitt nur drei Wörter wiedergeben. Nachdem sie aber zum Beispiel das Wort „Vater“ mit dem Berliner Zoo verknüpften, konnten die Teilnehmer sich auf einen Durchschnitt von 23 Wörtern steigern. Und du musst noch nicht einmal nur einen Ort für jeden Gegenstand auf der Liste haben. In dritten Studie haben die Versuchspersonen ihren imaginären Rundgang doppelt durchgeführt und konnten 34 von 40 Gegenständen wiedergeben.

 

2) Behalte Informationen, indem du die Erinnerungen in Abständen verteilst

Das große Problem beim Lernen ist, dass die Zeit wahllos wichtige Informationen aus deinem Gedächtnis löscht. So kannst du dich nicht an den Satz des Pythagoras erinnern, aber du weißt noch die groben Daten von 649 Pokémon. Das ist der Grund, warum so viele von uns, hastig kurz vor der Prüfung, versuchen alles Wissen in unser Hirn reinzuprügeln, denn wir haben Angst, dass wenn wir einen Monat vorher mit Lernen anfangen, dass wir einen Teil davon am Prüfungstag vergessen. Stattdessen legen wir unser Wissen im Kurzzeitgedächtnis ab, wo wir genau wissen, dass wir fast alles nach der Prüfung wieder vergessen werden. Das Geld für die Uni ist gut angelegt!

Was wir also brauchen, ist eine Methode, wie wir Informationen auf lange Sicht in unserem Gedächtnis behalten, ohne uns dabei zu sehr anzustrengen. Oder um es anders auszudrücken, wir brauchen eine wissenschaftliche Methode, dass wir mit einem Minimum an Zeit und Energie, erfolgreich Informationen in unserem Gedächtnis behalten.

Der Trick:

Es gibt einen messbaren Prozess, durch den man erkennt, wie dein Gehirn Informationen vergisst, eine sogenannte „Kurve des Vergessens“. Es gibt einen bestimmten Trick dafür, wie du Informationen behältst. Er benötigt etwas mehr Training als der oben beschriebene „Gedächtnispalast“, falls aber deine Arbeit oder dein Studium davon abhängt, ist er es wert. Grundsätzlich geht es darum, die Quote herauszufinden, bei welcher dein Gehirn Dinge zu vergessen anfängt. Das Ganze nennt sich enge Wiederholung und hier ist ein animiertes GiF, das die Methode in ihrer einfachsten Form darstellt.

Nehmen wir an, du willst Spanisch lernen und du hast einen großen Test in vier Monaten. Der rudimentärste Weg die Methode anzuwenden ist, wenn du die Wörter, die du lernen musst auf Karteikarten aufschreibst. Das deutsche Wort auf die Vorderseite und das spanische auf die Rückseite und hole dir drei Boxen (drei Stapel sind auch ausreichend), die wie folgt beschriftet sind:

1. Jeden Tag 2. Jede Woche 3. Einmal im Monat

Die Beschriftung sagt dir, wie oft du die Karten lernen musst. Nun kann es natürlich sein, dass du dir sagst: „Was? Ich habe doch nie im Leben die Zeit dafür diesen Mist jeden Tag zu lernen. Zudem kann ich diesen Kram länger in meinem Gedächtnis behalten.“ Richtig, das kannst du vermutlich. Diese Methode wird dir genau sagen, wie lange und das ist der Punkt: um beim absoluten Minimum an Zeit anzukommen, musst du mit Lernen anfangen.

Wenn du also das erste Mal lernst, beginnst du also mit den Karteikarten. Die, die du richtig hast, kommen in die Box, die jede Woche zu lernen ist und die falschen bleiben in der für jeden Tag. Am nächsten Tag versuchst du es noch einmal, nur wird der Stapel nun nach und nach kleiner mit der Zeit. Du filterst von nun an und deine Arbeit wird kontinuierlich abnehmen. Die Zeitspannen für die Boxen kannst du auch individuell anpassen.

Ein polnischer Psychologe namens Piotr Wozniak hat dies in einem Selbstversuch überprüft. Er wollte tausende von nichtssagenden Silben im Gedächtnis behalten und er fand heraus, dass er die Liste noch drei Jahre später wiedergeben konnte. Wie du siehst, funktioniert es.

 

3) Schreibe es aus (auch wenn du es später nicht liest)

Schnell! Wann war das letzte Mal, dass du dir mit einem Stift etwas aufgeschrieben hast? Im Zeitalter der Smartphones, bei dem man immer am Tippen ist und sehr viel Zeit am Tag online verbringt, haben viele von uns verlernt, wie man einen Stift hält und ein paar Notizen auf die altmodische Art schreibt. Das ist schade, denn wenn du willst, dass du Informationen behältst, solltest du es mit der Hand schreiben.

Der Trick:

Das Schreiben per Hand zieht eine neurale Aktivität nach sich, die du nicht bekommst, wenn du auf deiner Tastatur tippst. Während eines Experiments an der Indiana Universität, wurden Vorschulkinder, die gerade das Alphabet lernen, in zwei Gruppen aufgeteilt. Der ersten wurden die Buchstaben gezeigt und ihnen wurde gesagt, welche es sind. Die zweite Gruppe sollte die Buchstaben zusätzlich aufschreiben. Als die Kinder in eine Maschine für Gehirnaktivität gesetzt wurden, zeigte die Gruppe, die zu schreiben hatte, eine extrem starke Gehirnaktivität. Ihre neuralen Aktivitäten waren deutlich größer als die der anderen.

In anderen Worten, man kann denselben Prozess wie beim Gedächtnispalast anwenden. Du zwingst einen anderen Teil deines Gehirns dazu, beim Erinnerungsprozess auszuhelfen. Wir haben Tastaturen erfunden, weil das Schreiben leichter und schneller ist. Das Problem ist, dass wir damit das einzigartige Attribut der Handschrift verlieren, die Informationen unserem Gehirn zuführt. Erinnerst du dich an die oben genannten Karteikarten? Hole dir einen Stift und schreibe es auf, anstatt es aus deinem Computer auszudrucken.

Eine Studie aus dem Jahr 2008 hat bewiesen, dass dieser Prozess besonders gut dann funktioniert, wenn das was du lernst unbekannte Zeichen sind, wie etwa Computersprachen, Musiknoten, oder Japanisch und Chinesisch. Wenn deine Finger diese Formen nachzeichnen, dann wirkt ein Teil deines Gehirns viel mehr, der für die Erinnerung zuständig ist.

Natürlich ist dein Gehirn für viel mehr gut, als nur das Memorieren. Im nächsten Tipp geht es darum, wie man Wutanfälle kontrollieren kann.

 

4) Kontrolliere deine Wut indem du nicht deine dominante Hand benutzt

Jeder kennt diesen einen Typ, der sich über größten Kleinigkeiten aufregt, eine rote Ampel, ein verpfuschter Kaffee etc. Normalerweise sind diese Menschen eher harmlos, aber es kommt auch vor, dass sie ihre Wut an einer alten Person mit einem politischen Sticker auf der Stoßstange rauslassen. Vielleicht bist diese Person auch du selbst.

Natürlich kennst du die Tipps von deiner Mutter noch, wie man am besten wieder runterkommt (bis 10 zählen). Das funktioniert aber nicht in dem Moment, in dem du unglaublich wütend bist, weil du nicht logisch denken kannst. Was du tun musst, ist deine Verteidigung gegen Aggressionen von vorne herein hochzufahren.

Der Trick:

Die Universität von New South Wales ist zuerst hierauf gestoßen. Der Trick besteht nicht daraus Jazz Musik zu hören, sich mit verspielten Kätzchen zu umgeben, oder eine Sonnenbrille zu tragen. Leute, die Probleme mit ihren Aggressionen hatten, wurden gebeten zwei Wochen lang ihre nicht ihre dominante Hand zu benutzen bei all ihren Aktivitäten: Das fängt beim Briefe schreiben an, Türen zu öffnen, die Kaffeetasse zu halten und so weiter. Nach zwei Wochen konnten die Teilnehmer ihre Aggressionen deutlich besser kontrollieren und das selbst wenn andere Teilnehmer sie beleidigten, um eine Reaktion hervorzurufen.

Warum funktioniert das? Untersuchungen haben gezeigt, dass Wutausbrüche bei aggressiven Menschen weniger von der Wut selber herrühren, sondern mehr aus einer erschöpften Selbstkontrolle. Das sind sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Die schlechte ist, dass Selbstkontrolle ein begrenztes Gut ist und sie dir ausgehen kann. Die gute Nachricht ist, dass es ein physischer Mechanismus ist, den man stärken kann.

Du gehst jetzt sicher davon aus, dass du Yoga oder eine Art von Meditation machen musst, um deine Wut kontrollieren zu können. Aber so viel braucht es nicht. Es ist vollkommen ausreichend, wen man im Alltag seine nicht dominante Hand benutzt, denn so müssen aggressive Menschen hunderte kleine Frustrationsmomente am Tag managen. Das ist genug, damit danach die Wut nicht mehr so leicht hochkocht.

 

5) Stärke dein Immunsystem (indem du Bilder anschaust)

Man denkt, dass man keine wirklich Kontrolle darüber besitzt nicht krank zu werden, von den offensichtlichen Dingen mal abgesehen (gesund essen, Hände waschen etc.) Es gibt aber noch einen etwas skurrilen Weg.

Der Trick:

Dein Gehirn verwaltet alles, auch dein Immunsystem. Und wir wissen bereits, wenn du bestimmte Bilder anschaust, hat dies eine physische Auswirkung auf deinen Körper. Manche Bilder regen den Speichelfluss an, andere regen andere Regionen weiter unten in unserem Körper zwischen den Beinen an. Und wenn dein Körper kranke Menschen sieht, dann verstärkt er die Abwehrkräfte.

Wissenschaftler von der British Columbia Universität haben Studenten eine zehnminütige Diashow von kranken Menschen gezeigt, um die Reaktion ihres Immunsystems darauf zu messen. Für ganze zehn Minuten haben die Leute also Bilder angeschaut von Leuten mit allen möglichen Krankheiten. Die Forscher entdeckten, dass die weißen Blutkörperchen der Teilnehmer sehr schnell begannen Interleukin 6 (IL-6) zu produzieren. Das ist dasselbe Protein, dass der Körper dazu benutzt um Infektionen oder Verbrennungen zu bekämpfen.

Wenn du jetzt der Meinung bist, dass das Immunsystem das nur als eine Antwort auf den generellen Stress macht, dann stimmt das nicht wirklich. Es gab eine Gruppe bei diesem Experiment, die nur auf Bilder schaute, auf denen Menschen ihnen Waffen entgegen hielten. Dies brachte eine sechsprozentige Erhöhung des IL-6 mit sich. Die Leute, die sich kranke Menschen anschauten, hatten aber einen Anstieg von 23%.

Dies lässt sich mit der Evolution erklären. Wenn du in der Höhle siehst, wie deine Brüder und Schwestern sich nacheinander übergeben und Durchfall haben, dann muss dein Körper etwas härter arbeiten, nicht dieselbe Krankheit zu bekommen. Dein Arzt legt dich also mit den ganzen beruhigenden Landschaftsbildern in seinem Wartezimmer rein.

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